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Die älteste Geschichte des Michal-Bergwerkes ist mit der Bestrebung des damaligen österreichischen Staats verbunden, das Kohlenbergbauwesen als eine unentbehrliche Voraussetzung der Industrieentwicklung zu unterstützen. Im Jahre 1842 hat das sogenannte Montanärar in Michálkovice einen privilegierten Rundschurf gelegt und ein Jahr später begann er in diesem Schurf zwei Gruben abzuteufen. Die erste davon, die Ferdinand-Grube ist in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eingegangen.  Die zweite Grube wurde nach dem verstorbenen  kaiserlich-königlichen  Hofrat Michael Laier als 1912Michal-Grube benannt. Im Jahre 1856, wo die Grubenunternehmungstätigkeiten in der staatlichen Regie  beträchtliche Verluste aufwiesen, wurde das Bergwerk durch die Gesellschaft  Nördliche Ferdinand-Bahn gekauft, die die aus Wien via Ostrava zu den polnischen Salzgruben führende Eisenbahn  aufbaute und betrieb. Im Eigentum dieser Gesellschaft blieb das Michal-Bergwerk bis zur Nationalisierung im Jahre 1945, wo das Bergwerk in den Konzern Ostravskokarvinské kamenouhelné doly n.p. eingegliedert wurde.  Im Jahre 1946 wurde das Bergwerk nach dem sozialdemokratischen Abgeordneten des   österreichischen  Reichstages Petr Cingr umbenannt. Seit dieser Zeit wurde die Benennung mehrmals geändert.

Im Rahmen der durchgeführten Umstrukturierung der Schwerindustrie hat das Bergwerk Petr Cingr zum 30. Mai 1993 die Kohlenförderung beendet. Die letzte Förderschale ist auf der Reservefördermaschine am 2. Juni 1994 ausgefahren.  Im Jahre 1995 wurde das Zuschütten der Fördergrube beendet.  Noch im Verlauf von Abdämpfungsarbeiten im Jahre 1994 wurde das ganze Areal durch das Ministerium für Kultur übernommen, das hier ein Industriemuseum in Ostrava errichtet hat, das später mit dem Nationalen Denkmalamt, Gebietsspezialarbeitsstelle in Ostrava vereinigt wurde.

 

Bauliche und technische Entwicklung

Während seiner Existenz ist das Michal-Bergwerk durch eine allmähliche, technische sowie bauliche Entwicklung durchgekommen. Ein bedeutungsvoller Meilenstein wurde das Jahr 1862, wo das Bergwerk an die Bergbahn angeschlossen wurde, die eine kontinuierliche Expedition von Kohle ermöglichte. Der erste grosse Umbau erfolgte wahrscheinlich im Jahre 1870. Nach Verwerfung des oberen Teils des Grubenschaftes mussten erneut das Grubengebäude, Maschinenhaus sowie das Kesselhaus aufgebaut werden. Eine weitere Rekonstruktion erfolgte in den Jahren 1913 bis 1915, wo das Michal1915-Bergwerk ganz umgebaut wurde,  damit hier die Kohlenförderung der kleineren Umgebungsbergwerke konzentriert werden konnte. Die Konzentrierung der Kohlenförderung wurde von der Einführung des Elektroantriebs begleitet, anstelle der bestehenden Dampfmaschinen.  Für volle Elektrifizierung ihrer Bergwerke hat die Gesellschaft rund um 1912 am František-Bergwerk ein grosses und modernes Kraftwerk aufgebaut. Die nach dem Vorbild von bedeutungsvollem Architekten  František Fiala aufgebaute architektonische und betriebliche Lösung sollte wahrscheinlich die ökonomische und technische Stellung der Gesellschaft der Nördlichen Ferdinand-Eisenbahn im Revier von Ostrava und Karviná hervorheben.

 

Im Jahre 1916 wurden hier 383.400 Tonnen von Kohle gefördert. Die eigentliche Grube war 671 m tief und Kohle wurde in 17 Flözen mit der Flözmächtigkeit von 50 bis 200 cm abgebaut. Die Kapazität von  Ankleideräumen und Badezimmern wurde beim Umbau für 1512 Bergarbeiter entworfen. Um der Zeit variierte aber die Anzahl von Beschäftigten beträchtlich und besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überstieg sie zweifach den ursprünglich geplanten Stand.

Weitere Rekonstruktionen, die in den zwanziger, vierziger sowie um die Wende der fünfziger und sechziger Jahre erfolgten, betrafen die Kohlenwäsche, die Kohlenaufladung sowie den Aufbau der Verteilungsanlage. Dank diesen beschränkten Bauherrichtungen ist das Areal des Michal-Bergwerkes seit seinem  im Jahre 1915 beendeten Umbau praktisch ohne wesentlichere Änderungen geblieben und stellt einen einzigartigen betrieblichen, technischen und architektonischen Komplex dar. Nach Betriebsbeendigung bestand das Vorhaben der Denkmalpflege darin, das ganze Areal in seiner ursprünglichen Gestaltung so aufzubewahren, als ob Leute, die hier gearbeitet haben, gerade gestern abgegangen sind und alles an seiner Stelle hinterlassen haben, einschliesslich der schmutzigen Wände, des abgegriffenen Geländers, der abgetretenen Treppen sowie der abgesprungenen Anstriche. Auf keinen Fall war hier die Bestrebung etwas auszubessern oder zu verschönern.

2005